Die 1920er Jahre waren wegweisend für die Emanzipation der Frau. Frauen erfanden für sich eine neue Rolle, erkämpften sich ihren Platz in der Arbeitswelt und brachten ihr neu gefundenes Selbstvertrauen durch Mode und Spiel mit ihren Reizen zum Ausdruck. Das Arbeitsleben der Frau veränderte sich. Der Weg der Frauen in die Arbeitswelt war nicht einfach. Hatte eine Frau trotz der wenigen Stellen einmal eine Anstellung erhalten, war ihr diese nicht auf Dauer sicher. So gab es zum Beispiel aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage und der damit verbundenen Arbeitslosigkeit seitens der Politik eine Kampagne gegen Doppelverdiener. Frauen drohte die Entlassung, wenn ihr Mann berufstätig war. Ähnlich erging es Beamtinnen, die nach Heirat oder auch Geburt eines unehelichen Kindes ihre Anstellung verloren.Die veränderte Selbstwahrnehmung vieler Frauen spiegelte sich nicht nur in der Arbeitswelt, sondern auch in ihrer Einstellung zur Mode wieder. Sie unterlag dem Zeitgeist der Sachlichkeit. Kleidung musste mehreren Ansprüchen gerecht werden. Sie sollte die moderne Frau schmücken, ohne sie in ihrer Bewegungsfreiheit zu beeinträchtigen, und gleichzeitig die neue Dynamik und Geschäftigkeit möglichst unzensiert nach außen tragen.Charakteristisch für die Zwanziger ein neues androgynes Erscheinungsbild. Hosenanzüge und flaches Schuhwerk wurden nun auch für Frauen salonfähig und symbolisierten die neu empfundene Gleichstellung zwischen Mann und Frau – ebenso wie der „Bubikopf“. Der Idealtypus der neuen Frau schien zeitgleich mit Haaren und Mieder die klassische weibliche Rolle abzulegen ohne sie gänzlich zu verleugnen.  Während am Tage die weit geschnittene, maskulin anmutende Kleidung dominierte, zeigte sich bei Nacht ein anderes Bild. Die Dame der Zwanziger setzte bei den Abendveranstaltungen auf das Maximum an Glamour, tagsüber kleidete sie sich eher schlicht. Als Symbol der neuen Erotik galt auch die Zigarette. Das öffentliche Rauchen, das einst als verpönt galt, gehörte nun zum guten Ton. Die Zigarette war ein fester Bestandteil des neuen Lebensgefühls und  schmeckte für viele Frauen nach Freiheit und Unabhängigkeit. Dabei entwickelte sich ein regelrechter Kult um die Zigarette.Das Zigarettenrauchen symbolisierte „die Befreiung der Frau von bürgerlichen Normen: etwa so, als ob Frau mit der Zigarette auf Häuslichkeit und Tradition "aschen würde".

Die für die Zwanziger Jahre typische Mode war nicht einfach nur ein neuer Kleidungsstil. Sie war Teil einer sozialen Revolution. Die neu entwickelten Modelle befreiten den weiblichen Körper und verliehen so der einsetzenden Emanzipation modisch Ausdruck. Die Frau der Zwanziger war unabhängig, dynamisch und selbstbewusst. Sie ging aus, fuhr Auto, rauchte und trieb Sport. Dieser neue weibliche Lebensstil war Teil einer Gesellschaft, die schnell und intensiv lebte, zumindest diejenigen, die es sich leisten konnten.

Nach den Schrecken des Ersten Weltkrieges wollte man das Leben in vollen Zügen genießen, Spaß haben, frei und schön sein und die Welt entdecken.

Doch lange hielt der Spaß nicht an. Mit dem Zusammenbruch der New Yorker Börse und der daraus resultierenden Weltwirtschaftskrise fand die goldene Ära 1929 ein jähres Ende. Es folgten der Zweite Weltkrieg und für die Frauen ein erneuter Rückfall in Sachen Emanzipation. Ein trauriger Zufall ist die Tatsache, dass das Jahr des Börsenkrachs auch das Jahr war, in dem der französische Senat das Frauenwahlrecht ablehnte. Das Einzige, das jene Zeit der Befreiung überlebt hat, sind die modischen Maßstäbe. So blieb den Frauen immerhin die Rückkehr zum Korsett erspart.

Mit dieser Botschaft einer starken und wunderschönen Frau unter dem Thema " DIE GOLDENEN ZWANZIGER", gestalte ich die kommende Ausstellung im Schloss Thanegg.
Ich zeige Frauen in verschiedenen und für uns alle wichtigen Lebenssituationen. Bilder werden glänzen und strahlen mit Akzenten von 24 Karat Blattgold und werden sehr passend zu der Blumenpracht im Schloß präsentiert.

Ich persönlich freue mich auf das Bild mit der goldenen Kaffeetasse, mit einem goldenen Monokel wie auch auf die Dame, die mit einem goldenen Schreiber ein Liebesbrief schreibt... uvm.